Liebe Leser,

Mag. Karl Schilling
der Schnee kam spät, aber doch. Das Wintergeschäft ist voll im Gange. Alles wunderbar. Oder? Nicht ganz. Während in der analogen Welt die Sonne lacht, zogen im heimischen e-Tourismus düstere Wolken auf. 
Die Vorkommnisse der letzten Wochen im Schnelldurchlauf: Die Online-Buchungsplattformen Tiscover, HRS, hotel.de, Holidayinsider, Expedia, ven­ere und Hotels.com kündigten im Dezember des Vorjahres an, sämtliche Unterkunftsdaten untereinander auszutauschen. Das verstimmte die ÖHV.
Die gab bei ihrem diesjährigen Kongress (Seite 22) in Schladming bekannt, gegen die zunehmende Marktmacht der großen Buchungsplattformen vorgehen zu wollen. Dann überstürzten sich die Ereignisse. 
Zunächst erhöhte HRS die Kommissionssätze auf seinen Buchungsplattformen HRS, Tiscover und hotel.de um rund ein Viertel auf einheitliche 15 Prozent. Überdies änderte HRS die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zugunsten von Bestpreis-Klausel und Pönale für Stornos. 
Als Folge drohten die Hoteliers, ab 1. März, wenn die neuen AGBs wirksam werden, eine Woche lang keine Zimmer via HRS anzubieten. 
In der Zwischenzeit ging die Facebook-Gruppe „HRS-freie Woche“ online, die binnen kurzer Zeit mehr als 800 Hoteliers als Mitglieder zählte. Gleichzeitig kündigte die ÖHV-Spitze an, die Bundeswettbewerbsbehörde mit dem Vorfall zu befassen. 
Dem Betreiber der Facebook-Seite wurde es allmählich aufgrund mangelnder Rechtssicherheit zu heiß und er ging wieder off­line. 
Die ÖHV will die Sache aber weiterverfolgen und stützt sich dabei auf ihren Erfolg im Rahmen der Beschwerde vor der EU-Kommission gegen Kostensteigerungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr. So weit der Stand der Dinge bei Redaktionsschluss.
Was sagt uns das? Nun, die neuen Medien gewinnen insbesondere im Tourismus stark an Bedeutung. Das, werte Leser, können sie in unserem  Schwerpunkt „e-Communication“ ab Seite 62 nachlesen. Von diesem Boom profitieren klarerweise auch die Buchungsplattformen. Die sind ein guter Vertriebskanal, um die Zielgruppe zu erweitern – keine Frage. Allerdings sollte es das vorrangige Ziel eines jeden Hoteliers sein, so viele Buchungen wie möglich über die eigene Website umzusetzen, so der Tenor der Branche. Und für den Rest der Gäste, die man auf diesem Weg nicht anlocken kann, für die stellen die jeweiligen Partner einen ad­äquaten Verkaufskanal dar. Gerne auch als rot-weiß-rote Lösung, wie es die ÖHV vorschlägt (Seite 70). Dann wird auch im e-Tourismus wieder die Sonne scheinen, meint
  
Ihr
Karl Schilling
Chefredakteur
 

PS: Wir machen das bessere Fachmagazin. Punkt.