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Gastro das Fachmagazin 6-16Die Fußballeuropameisterschaft 2016 in Frankreich steht vor der Tür – und Österreichs Nationalteam ist dabei. Jene Gastronomen, die in Wien einen Schanigarten samt TV ihr Eigen nennen dürfen, haben rund einen Monat lang gleich doppelten Grund zur Freude. Denn: sofern das Wetter sich von seiner sonnigen Seite zeigt, werden Umsatzspitzen dank des vollen Gastgartens garantiert nicht ausbleiben – und das schon nachmittags ab 15 Uhr, sobald die Spiele der Gruppenphase beginnen. Bei Spielen unserer Elf sowieso.

Im Sommer ist in Wien alles ganz logisch – was den Schanigarten betrifft. Und im Winter? Gar nicht logisch! Darum fordert Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck: „Freiheit für Wiens Schanigärten!“ Immerhin ist das Votum einer Befragung unter den Gastronomen der Bundeshauptstadt eindeutig: sechs von zehn Gastgebern wollen ihre Gäste ganzjährig im Freien bewirten und Tische wie Sessel flexibel nach Wetterlage aufstellen.

Dabei ist ihnen die Unterstüzung der Wiener sicher. Laut einer Befragung des Marktforschungsinstituts Makam Market Research sprechen sich 59 Prozent dafür aus, dass Schanigärten in den Wintermonaten genauso wie im Sommer betrieben werden dürfen. Die Wirtschaftskammer wird mit diesem Ergebnis in die Verhandlungen mit der Stadt gehen, die Bereitschaft für eine neue Regelung signalisiert hat. „Überall in Europa darf man im Winter im Schanigarten sitzen. Warum ist das in Wien nicht möglich?“, fragt sich nicht nur Ruck. Schließlich gibt es auch hierzulande, etwa in Graz, Linz, Wels, Salzburg sowie den touristischen Wintersport – orten, ganzjährige Schanigärten. Tja, Wien ist anders – eh kloar!

Das muss aber nicht sein, zumal die ganzjährige Schanigartenöffnung nach der Belastungslawine rund um Rauchverbot, Allergenverordnung und Registrierkassenpflicht ein positives Signal samt Motivations-Steilpass für Wiens Gastronomen wäre. Meines Erachtens verlangt die Thematik generell nach wirtschaftlicher Liberalisierung, und den Gastronomen soll es (ganzjährig) selbst überlassen bleiben, ob sie ihre Gäste im Freien bewirten und in etwaige Heizutensilien investieren.

Für diese darf die Stadt gerne die Parameter bezüglich deren Umweltverträglichkeit vorgeben, auch Lärmvermeidungsmaßnahmen zum Schutz der Anrainer halte ich für sinnvoll. In keinem Fall darf sie aber neue Abgaben und Gebühren verlangen. Das käme einem Foul gleich, um beim Fußball zu bleiben.

Ich kann mir gut vorstellen, im Winter mit Freunden im Schanigarten zu sitzen – bei einer Fußballübertragung, mit Wolldecke und einem Bier. Frei nach Ex-Teamchef Josef Hickersberger wäre das vielleicht nicht die beste Entscheidung, aber sicher die richtige!

Ihr Karl Schilling Chefredakteur

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